Allgemeine Verkehrskontrolle: Welche Vertöße drohen?

Allgemeine Verkehrskontrolle

Wenn die Polizei zur Verkehrskontrolle herauswinkt, werden viele Autofahrer erst einmal nervös und denken automatisch, sie hätten etwas falsch gemacht. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um Routinekontrollen.

Doch was genau darf die Polizei bei einer allgemeinen Verkehrskontrolle überprüfen? Was darf alles von Dir als Fahrer verlangt werden?

Die beste Ausgangsposition für eine Verkehrskontrolle ist, wenn Du Dich den Polizeibeamten gegenüber offen und freundlich verhältst. Oft verlangen die Beamten gleich zu Beginn Deinen Führerschein und die Fahrzeugpapiere. Nachdem Du diese vorgezeigt hast, solltest Du einfach die Fragen der Beamten abwarten.

Wichtig: auch im Rahmen einer Verkehrskontrolle können Bußgelder erhoben werden. In seltenen Fällen müssen sogar Punkte in Flensburg verhängt werden.

Übersicht über die Verstöße bei der Verkehrskontrolle

VerstoßBußgeld
Führerschein nicht dabei10 Euro
Fahrzeugschein nicht dabei (eine Kopie ist nicht ausreichend)10 Euro
Verbandskasten nicht dabei, Verbandskasten abgelaufen5 Euro
Warndreieck, Warnweste nicht dabei15 Euro
Weisung des Polizeibeamten nicht befolgt20 Euro
Zeichen oder Haltegebot eines Polizeibeamten nicht befolgt70 Euro, 1 Punkt
Fahranfänger: Verlängerung der Probezeit um 2 Jahre, Aufbauseminar

Was darf die Polizei während einer allgemeinen Verkehrskontrolle kontrollieren?

Wenn die Unterlagen des Fahrers kontrolliert wurden, wird oft auch noch folgendes überprüft:

  • HU-Plakette, Nummernschild
  • Profiltiefe der Reifen
  • Überladung des Fahrzeugs
  • Auspuffanlage, erlaubte Emissionen
  • Licht- und Bremsanlage
  • Bei einem getunten Auto: liegt die entsprechende Erlaubnis vor?
  • Beladung, Ladungssicherung
  • Notfallausrüstung: Verbandskasten, Warndreieck, Warnweste
  • Fahrtauglichkeit des Fahrers

Die Fahrtauglichkeit eines Fahrers kann im Rahmen eines Alkohol- oder Drogentests überprüft werden. Ein Alkohol- oder Drogentest ist nur dann zulässig, wenn ein konkreter Zweifel an Deiner Fahrtüchtigkeit vorliegt!

Auch wichtig zu wissen: Ein Alkoholtest durch Pusten ist in keinem Fall verpflichtend! Zwar dürfen die Polizeibeamten daraufhin einen Bluttest anordnen, dieser ist aber nur auf Grundlage eines richterlichen Beschlusses rechtsgültig. Vermuten die Polizeibeamten jedoch Gefahr in Verzug, dann dürfen sie Dich auch mit aufs Revier nehmen und den Test dort durchführen. Das Gleiche gilt für den Drogentest.

Der unkompliziertere Weg ist jedoch immer, einem Alkoholtest zuzustimmen, wenn Du auch selbst von Deiner Unschuld überzeugt bist. So ersparst Du Dir im Vorfeld einigen Ärger!

Wozu bist Du als Fahrer nicht verpflichtet?

Deinen Personalausweis musst Du, im Gegensatz zu Deinem Führerschein, nicht mitführen. Die Fragen der Beamten nach Deinem vollständigen Namen und Deiner Anschrift musst Du jedoch wahrheitsgemäß beantworten.

Auch Dein Handy ist für die Beamten tabu. Eine Aufforderung zur Urinprobe zur Ermittlung eines Drogenverstoßes musst Du nicht hinnehmen.

Die Durchsuchung Deines Autos, zum Beispiel von Kofferraum und anderen Fächern, ist, außer es liegt ein konkreter Verdacht vor, während einer allgemeinen Verkehrskontrolle nicht erlaubt.