Verhalten am Bahnübergang

Richtiges Verhalten an einem Bahnübergang

Was gilt bei blinkendem rotem Lichtsignal am Bahnübergang? Stehenbleiben oder schnell noch aufs Gas, um unnötige Wartezeiten zu vermeiden? Viele Autofahrer handeln leichtsinnig und unwissend, wenn sie den Bahnübergang überqueren, während die Schranke schon schließt.

Oft ist fahrlässiges Verhalten der Grund für schwere Unfälle: 2018 gab es an Bahnübergängen in Deutschland 146 Unfälle, rund 60% davon passierten an technisch gesicherten Bahnübergängen. Obwohl sie gesichert sind, animieren Bahnübergänge mit Halbschranken leichtsinnige Autofahrer zu unüberlegten Aktionen. Dies ergab eine Untersuchung der Unfallforschung der Versicherer (UDV).

Von den circa 16.000 Bahnübergängen in Deutschland sind etwa 60% technisch durch Schranken oder Lichtzeichen gesichert. Die restlichen 40% werden nur durch ein Andreaskreuz gekennzeichnet. Umso wichtiger ist es, sich an die entsprechend gültigen Verkehrsregeln zu halten.

Diese Regeln gelten am Bahnübergang:

  • Der Schienenverkehr hat immer Vorrang vor dem Straßenverkehr. Diese wichtigste Regel gilt für alle Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Rad- und Autofahrer
  • Fünf Meter vor und hinter einem Andreaskreuz gilt Parkverbot, außerorts gilt zum Parken ein Abstand zu einem Bahnübergang von 50 Metern
  • Zügiges Überfahren des Bahnübergangs ist Pflicht. Anhalten auf den Schienen ist gefährlich und deshalb verboten
  • Bei stockendem Verkehr oder Stau muss der Verkehr vor dem Bahnübergang warten. Die Schienen müssen in jedem Fall freibleiben. Das ist besonders bei unbeschrankten Bahnübergängen wichtig, wo keine Lichtsignale oder sich herabsenkende Schranken vor einem herannahenden Zug warnen

Dabei beachte grundsätzlich: gelbes oder rotes Licht sowie Blinklicht sind ein Haltegebot und es gilt die Wartepflicht!

Gefahr für Leib und Leben und hohe Bußgelder

Die Gefahr für Dich selbst oder gegebenenfalls Deine Mitfahrer, wenn du trotz blinkendem Lichtsignal noch schnell die Schienen überqueren willst, ist sehr hoch. Schnelles Überfahren eines Bahnübergangs bei sich bereits schließender Schranke zieht ein Bußgeld von mindestens 240 Euro nach sich sowie zwei Punkte in Flensburg und ein einmonatiges Fahrverbot.

Wenn Du Dich nicht an den gebotenen Mindestabstand beim Parken hältst, musst Du mit einem Bußgeld von mindestens 70 Euro rechnen.

Immerhin sind die Unfallzahlen im Zusammenhang mit Bahnübergängen seit 1995 sehr stark gesunken, als noch etwa 600 Unfälle verzeichnet wurden; auch das ergab die Untersuchung des UDV.

In jedem Fall kann Geduld vor geschlossener Bahnschranke helfen, Unfälle zu vermeiden und Dich und andere nicht zu gefährden.