Wildunfälle im Herbst

Wildunfälle im Herbst

Der Herbst ist auf unseren Straßen leider auch die Zeit der Wildunfälle. Wenn es abends früher dunkel wird und morgens später hell, sind viele Tiere an den Straßenrändern unterwegs. Dazu kommt, dass nach der Zeitumstellung Ende Oktober viele nicht mehr im Dunkeln, sondern in der Morgendämmerung zur Arbeit fahren. Zu dieser Zeit sind vermehrt Wildtiere unterwegs.

Jährlich ereignen sich laut Statistischem Bundesamt etwa 200.000 Wildunfälle auf deutschen Straßen, bei denen fast 2700 Menschen verunglücken. Meist gehen solche Unfälle glimpflich aus, aber in einigen Fällen bleibt es leider nicht bei einem bloßen Blechschaden.

Welche Maßnahmen gibt es, um Wildunfälle zu vermeiden?

  • Wildwarnreflektoren sind rot oder blau reflektierende Geräte am Fahrbahnrand, die das Wild abschrecken sollen. Dabei trifft das Scheinwerferlicht des Autos auf diese Reflektoren und wird in die Umgebung gestreut
  • An vielen Straßen, vor allem Schnellstraßen sind Wildschutzzäune zu finden, die die Straße vom umliegenden Gelände trennen sollen und die Tiere gezielt zu sicheren Übergängen leiten sollen. Solche Übergänge sind Querungshilfen oder Wildtierbrücken, die man vor allem bei Schnellstraßen oder Autobahnen findet
  • Weiterhin gibt es so genannte Duftbarrieren, die an die Tiere olfaktorische Signale senden. Diese können sich über mehrere Kilometer erstrecken und sollen die Tiere durch ihren unangenehmen Geruch davon abhalten, die Straße zu überqueren.

So verhältst Du Dich richtig, wenn am Straßenrand ein Tier auftaucht

Besonders an Waldrändern oder Feldern überqueren Tiere in der Dämmerung die Fahrbahn. Sie sind auf Futtersuche und gerade in Herbst- und Winterzeiten darauf angewiesen, Futterquellen außerhalb ihres Reviers zu finden. Dabei können sie nicht einschätzen, wie schnell sich ein Auto nähert, werden durch das grelle Licht geblendet und springen dann aus Angst und Orientierungslosigkeit auf die Fahrbahn.

So kannst Du einen Wildunfall vermeiden:

  • Fahre deutlich langsamer als bisher und bremse ab
  • Schalte dein Fernlicht aus. Das helle Fernlicht kann die Tiere derart blenden, dass sie orientierungslos vor deinem Auto stehenbleiben
  • Hupen kann helfen, die Tiere zu verscheuchen

Wenn der Zusammenstoß mit Wild nicht mehr zu vermeiden ist, tue folgendes:

  • Auf keinen Fall ausweichen! Es ist viel gefährlicher, vor allem für Dich, wenn Du beim Ausweichen auf die Gegenfahrbahn gerätst oder gegen einen Baum prallst
  • Bremse stark ab und halte das Lenkrad gut fest
  • Nach dem Zusammenstoß Ruhe bewahren! Warnblinkanlage anschalten, Warnweste anziehen und die Unfallstelle absichern. Das gilt auch für den Fall, dass das verletzte Tier geflüchtet ist
  • Informiere die Polizei unter Tel. 110 und teile ihr Deinen genauen Standort mit. In manchen Fällen wird durch die Polizei gleich ein Jäger mit informiert. Dieser kann Dir für deine Kfz-Versicherung eine Bescheinigung über den Wildunfall ausstellen
  • Falls Personen bei dem Wildunfall verletzt worden sein sollten, wähle zusätzlich die Rufnummer 112
  • Wenn das Tier bei dem Unfall gestorben sein sollte, kannst Du das tote Tier an den Fahrbahnrand ziehen, damit keine Folgeunfälle passieren. Dabei gilt, das Tier nur mit Handschuhen anzufassen, es besteht Tollwutgefahr!
  • Falls das Tier verletzt sein sollte, bitte es nicht anfassen, da es sich wehren könnte
  • Warte am Unfallort, bis Polizei oder Jäger eingetroffen sind

Verendete Tiere dürfen nicht vollständig vom Unfallort entfernt oder sogar mitgenommen werden! Dies entspricht dem Tatbestand der Wilderei und darf nur vom zuständigen Jagdpächter gemacht werden.

Schäden, die an Deinem Auto aufgrund von Zusammenstößen mit Haarwild entstanden sind (Wildschwein, Reh, Hirsch, Fuchs oder Hase), kannst Du mithilfe Deiner Teil- oder Vollkaskoversicherung regulieren. Kommt es an Deinem Fahrzeug zu einem Schaden, der nicht durch das Wild, sondern durch Dein Ausweichmanöver entstanden ist, handelt es sich nicht um einen Wildunfall und Deine Versicherung ist nicht verpflichtet zu zahlen. Im Einzelfall kann die Versicherung dennoch zahlen, wenn Deine Reaktion nicht reflexhaft war und der Größe des Tieres angemessen. In diesem Fall musst Du nachweisen, dass es tatsächlich einen entsprechenden Wildwechsel gab.

Generell gilt auch hier: aufmerksames, achtsames Fahren bei schwierigen Lichtverhältnissen in Dämmerung und Dunkelheit kann die meisten Unfälle verhindern.